Radiosendungen

Anhörung zum Gesetzentwurf über das Prozesskostenhilfe- + Beratungshilfegesetz.

Am 13.3.2013 fand im Rechtsausschuss die öffentliche Anhörung über den Gesetzesentwurf zur Änderung des Prozesskostenhilfe – und Beratungshilfegesetzes statt. Kurz vorher habe ich auf WDR5, Neugier genügt, erklärt, welch einschneidende Veränderungen zu Lasten der Ärmsten es nach sich zieht, wenn dieser Gesetzesentwurf in der vorliegenden Form durchkommt. Denn alles in allem geht es hier nur um eins: Um Einsparungen auf Kosten derjenigen, die sowieso schon ihre liebe Not haben, vor Gericht Gehör zu bekommen. Schon jetzt ist Prozesskostenhilfe für Anwälte mehr mit einem Ehrenamt, denn mit real ihren Sätzen entsprechenden Einnahmen verbunden. Dies alles soll noch enger, noch strenger gehandhabt werden. Demnächst kann also von einer immer wieder beschworenen Chancengleichheit vor Gericht überhaupt nicht mehr die Rede.

Scala, Service Kultur

Im Krimi-Service bei Scala auf WDR5 habe ich am 20.11.2012 wieder mal zwei Neuerscheinungen vorgestellt:

Arnaldur Indridason: „Eiseskälte“, Lübbe, Island Krimi, 11/2012, Ü. isl. Coletta Bürling, 19,99 Euro., ISBN 7857.2462-0 /Kommissar Erlendur  at it’s best. Zum letzten Mal, wie mir scheint. So persönlich war er noch nie. Und so nah ist er mir bisher nicht gekommen. Auf der Suche nach seinem verschwundenen kleinen Bruder. Auf den Spuren einer ermordeten jungen Frau. Ein zauberhaft anrührendes Buch, das mich zu Tränen rührte. Dennoch ein echter Nervenkitzler.

Alison Gaylin: „Dornröschenschlaf“, Ullstein, 9/12, Ü. amerik Uta Hege, 9,99 Euro, ISBN 28378-4 /Was für eine ungewöhnliche Detektivin, diese Brenna Spector! Denn sie vergisst nie etwas. Kann sich an alles, jedes gesprochene Wort, jeden Gesichtsausdruck eines Menschen erinnern. Eine Gabe ebenso wie eine Last. Sie hilft ihr jedenfalls bei der Suche nach einem kleinen Mädchen, das vor vielen Jahr spurlos nach einer Gartenparty verschwand. Eine geniale Ermittlerin!

 

 

WDR5, Neugier genügt, Deals bei Gericht

Der DEAL Gespräch mit Ingrid Müller-Münch am Mittwoch, 7.11.2012, Neugier genügt, ab ca. 10.30, aus einem Studio in Paris.

Aktueller Anlass für das Gespräch:

-Heute, am 7.11.2012 ab 10 Uhr, wird das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe sich mündlich mit Gesetz und Praxis zu Absprachen in Strafprozessen, den sogenannten „Deals“ befassen. Der Zweite Senat des BVG wird prüfen, ob die seit 2009 geltende gesetzliche Regelung der Verständigung im Strafverfahren (§257c  Strafprozessordnung) mit dem Grundgesetz vereinbar ist oder ob diese Absprachen gegen das Recht der Angeklagten auf ein faires Verfahren verstoßen. Anlass sind 3 Verfassungsbeschwerden gegen Verurteilungen in Strafprozessen, die auf Deals basieren.Geladen als Experten sind der Präsident des Bundesgerichtshofes, der Generalbundesanwalt, verschiedene Richter und Strafverteidiger, sowie ein Experte, der im Auftrag des BVGs eine empirische Studie zur Praxis der Verständigung in Strafverfahren durchgeführt hat. Diese als Deal bezeichnetenVerständigungen zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung sind seit 30 Jahren Alltag vor Gericht, dennoch umstritten. Deals ersparen eine zeitraubende Hauptverhandlung, eine aufwendige Beweisaufnahme. Und zwar dadurch, dass die Prozessbeteiligten sich im Falle eines Geständnisses mit dem Angeklagten auf  jeweils eine bestimmte Strafobergrenze einigten.  Deals dienen aber auch z.B. in Vergewaltigungsprozessen dem Schutz des Opfers, das dann nicht mehr als Zeugin aussagen muss. Die 3, die Verfassungsbeschwerde einlegten,  hatten dieser Absprache zugestimmt, die angeklagten Vorwürfe eingeräumt, woraufhin die Gerichte Freiheitsstrafen in Höhe der zugesagten Obergrenze ausgesprochen hatten. In 2 Fällen ging es um Anlagebetrug, einer der Beschwerdeführer war Polizist und wurde wegen schweren Raubs  2 Jahren auf Bewährung verurteilt. Er hatte sein Geständnis widerrufen mit der Begründung, er sei unzulässig unter Druck gesetzt worden und habe aufgrund des Deals kein faires Verfahren gehabt. Man habe ihm eine Strafe von mindestens 4 Jahren in Aussicht gestellt, falls er nicht gestehe. Die 2 anderen greifen die Dealpraxis generell an.

 

Die telefonische Mordsberatung auf WDR5

Am 27. Oktober war es wieder soweit. Die telefonische Mordsberatung heckte diesmal in Holzwickede ihre Plots aus. Mit dabei waren diesmal Reinhard Jahn, Ulrich Noller und Ingrid Müller-Münch. Moderation Thomas Hackenberg. Redaktion Petra Brandl-Kirsch. Wer die Sendung nachhören möchte oder an der Liste der vorgestellten Krimis interessiert ist, sollte WDR5, anklicken, dort auf Die telefonische Mordsberatung gehen und schon hat er alles, was er sich wünscht

WDR5, Scala, Service-Krimi

Am 16.10.2012 stellte ich folgende Krimis auf WDR5, Scala, im Service-Krimi vor:

Pierre Simenon: „Im Namen des Blutes“, Limes, 8/2012, Ü. franz. K. Schatzhauser, ISBN 9783809026204

Ein Autor tritt aus dem Schatten seines berühmten Vaters. Pierre, der Sohn von George Simenon hat spät aber Gottseidank dennoch einen Krimi geschrieben, der es in sich hat. Und der nichts aber auch gar nichts gemein hat mit dem eher betulichen Kommissar Maigret seines Vaters. Es geht um historische Millionenschiebereien, um heutige Bankgeschäfte und um Banker, die um ihr Renommé kämpfen. Gut, dass Pierre seinen eigenen Stil fand. Fantastisch, dass er dies in Form eines Krimis tut.

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Lilian Faschinger: „Die Unzertrennlichen“, Zsolnay, 19,90 Euro, 2012, ISBN 055773

In ihrer Jugend waren sie ein unzertrennliches Gespann. Doch dann wurden die Sängerin Regina und  der Kinderarzt Stefan ein Paar. Gerichtsmedizinerin Sissi blieb außen vor. Doch dann verschwindet Regina im Meer der Adria – und Sissi nimmt ihre Stelle ein. Dass das nicht gutgehen kann, denkt sich der Leser bald. Und erlebt mit, wie der schöne Schein einer lebenslangen Freundschaft bröckelt. Ein Leseschmaus mit saukomischen Dialogen für all jene, die beim Krimi aufs Blut verzichten können. Und die es dennoch gerne gruselt.

Mit Rohrstock und Kleiderbügel / SWR2 / Tandem

Aus aktuellem Anlass Wiederholung der Sendung vom 14.10.2010. Bei Tandem, SWR2, 24,24 Minuten, Sendung am 17.8.2012.

Hafturlaub für Lebenslängliche

In einem Gespräch auf WDR5 / Neugier genügt, habe ich die Diskussion über den von zehn Bundesländern vorgelegten Musterentwurf für ein neues Strafvollzugsgesetz kommentiert. Dreh- und Angelpunkt war hierbei die Frage: Ist der in diesem Gesetzesentwurf vorgesehene § 38 III sinnvoll oder unerträglich. Er sieht vor, dass zu lebenslanger Haft verurteilte Straftäter zukünftig unter Umständen schon nach fünf Jahren ihren ersten Antrag auf einen dreiwöchigen Langzeiturlaub stellen können. Bislang war dies erst nach zehn Haftjahren, in Bayern nach zwölf,  möglich. Ich befürworte ein solches Gesetz, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass derartige Anträge sorgfältig geprüft werden. Infrage für eine solch vorzeitige Haftverschonung von 21 Tagen pro Jahren kämen sowieso nur Täter, die der Allgemeinheit nicht mehr gefährlich würden. So zum Beispiel die wegen Mordes an ihrem Ehemann verurteilte Frau, die den verhassten Partner umbrachte, nachdem er sie jahrelang gequält hatte. Und bei der es so gut wie kein Rückfallrisiko gibt. Sinn des vorgezogenen Hafturlaubs wäre es, einem solchen Menschen die Möglichkeit zu geben, Kontakt zu Familie oder Freunden aufrecht zu erhalten. Eine, nach Ansicht von Kriminologen, wesentliche Unterstützung bei der angestrebten Resozialisierung auch von zu lebenslanger Haft verurteilten Straftätern.

Nachkriegskinder – die 1950er Jahrgänge und ihre Soldatenväter

WDR5, Neugier genügt, Vorbereitung der Redezeit vom 22.11.2011,  über Sabine Bodes bei Klett-Cotta erschienenes neues Buch.

Gänsehaut, der Krimitipp

WDR5, 8.9.2011 Ulrich Noller und Ingrid Müller-Münch stellen Krimis vor

Die telefonische Mordsberatung

WDR5, 27.8.2011, Live Sendung mit Hörerbeteiligung. Redaktion Petra Brandl-Kirsch, Moderation Thomas Hackenberg. Mitdiskutieren: Manfred Sarrazin und Reinhard Jahn. Die Liste der vorgestellten Bücher sind im Internet unter WDR5, Sendungen, Die telefonische Mordsberatung nachzulesen.